63. Tag Ranchot – Freiburg 228 km – wir haben den Frühling im Gepäck!

Am Morgen war die Frontscheibe vereist, Raureif bedeckte den Rasen. Das hat aber die Sonne schnell weggeleckt. Der Sonnenaufgang über der Doubs war wunderschön. Wir haben dann die Sonne eingepackt und haben nach drei Stunden die Grenze zu Deutschland bei Moulhous überquert und den Stellplatz in Freiburg erreicht.

In Freiburg haben wir Janina besucht und lecker gegessen – endlich mal wieder Bratkartoffeln!

62. Tag Montélimar – Ranchot (Doubs) 379 km – Wetter zu gut für die Rückfahrt!

Die Sonne hat uns geweckt und bis zu ihrem Untergang mit strahlend blauem Himmel verwöhnt! Es ist einfach zu schade, dass wir schon auf der Rückfahrt sind. Der Stellplatz in Ranchot liegt direkt am Ufer der Doubs. Die Einrichtungen sind einfach, sauber und! beheizt!

Für eine Zwischenübernachtung sehr gut, man könnte sich auch vorstellen, hier im Sommer eine ganze Weile zu bleiben. Am Doubskanal entlang führt der Rhein-Rhône-Radweg entlang. Den Weg bin ich 2010 auf dem Weg nach Santiago de Compostela geradelt (helmutoptour.de).

Mit Blick auf die Doubs denke ich direkt daran, dass ich mir eine Angelausrüstung zulegen muss!

61. Tag Port-Baracarnes – Montélimar 356 km – nur Landstraße

Die Sonne hat uns am Morgen einen wunderschönen Blick auf die schneebedeckten Pyrenäen beschert. Es war etwas schattig, als wir zur Weiterfahrt Richtung Heimat aufgebrochen sind.

Wir hatten uns vorgenommen, den Autobahngebüren ein Schnippchen zu schlagen. Das ist uns gelungen, doch morgen verfolgen wir ein anderes Konzept, sprich, es wir teurer. 356 km über Frankreichs Landstraßen können einen schaffen. 356 km in sieben Stunden (mit den unverzichtbaren kleinen Pausen) macht einen Schnitt von gerade mal 50 km/h. Andererseits sieht man auch was vom Land. Dann war da noch das Navi. Im Bemühen, die schnellste Strecke zu finden, hat der Algorithmus nicht bedacht, das nicht jeder kurzer Weg die maximale Geschwindigkeit zulässt, schon gar nicht durch die Altstadt von Nímes. Wir haben es jedenfalls geschafft, vor der Dunkelheit den (kostenlosen) Stellplatz in Montélimar im schönen Rhonetal mit seinen zahlreichen Atomkraftwerken (siehe Hintergrund) zu erreichen.

60. Tag Peñíscola – Port-Baracares 548 km

Das war die zweite Etappe auf dem Weg nach Hause. Die ersten 350 km haben wir die Bezahlautobahn genommen. Wenn man Strecke machen will, ist das ok, kostet aber (heute 34€). Hinter Barcelona haben wir wieder den Weg zur Küste gesucht (und gefunden). Die Küstenstraße am Grenzübergang zu Frankreich 🇫🇷 ist einfach fantastisch. Kann man sie auch nicht verfehlen. Einfach nur am Meer lang. Als WoMoFahrer muss man gute Nerven und keine Angst vor dem Abgrund haben. So mit 20/30 km/h im zweiten Gang, auch mal im ersten, geht es um die Kehren. Es gibt nur wenige Stellen, an denen man aussteigen kann um Fotos zu machen. Bei der nächsten Gelegenheit planen wir für den Abschnitt mindestens einen Tag ein! Das Foto entstand kurz vor der Grenze zu Frankreich und einen Frühlingsgruß, Kirschblüten, gibt es dazu.

Das Ziel in Port – Baracares haben wir dann gleich gefunden. Am Abend sind wir dann noch mal ins Dorf geradelt. Mir fiel gleich der Vergleich zum Olsdorfer Friedhof ein, halb so groß aber doppelt so tot. Naja, es ist nicht gerade Hochsaison.

59. Tag Bolnuevo – Peñíscola 457 km – tote Hose

Wir haben die erste Etappe unserer Heimreise geschafft. Mautfrei haben wir Peñíscola direkt am Meer erreicht. Der Platz ist karg ausgestattet, hat Wasser, Kasette kann entleert werden und es gibt zwei Toiletten, das wars. Die Stellplätze sind schmal und man darf nicht mal die Stühle vor die Tür stellen. Reicht also gerade mal zum Übernachten, aber mehr wollen wir auch gar nicht. Der Ort ist auf Sommergäste eingerichtet, jetzt ist hier tote Hose.

Auf dem letzten Platz hatten wir die Spatzen als Gäste, hier bettel ein paar andere Viehcher.

Einen kleinen Spaziergang haben wir uns dann doch gegönnt, Strandpromenade und La Isola, die einzige offene Bar weit und breit.

58. Tag Bolnuevo – last Day

Am Abschiedstag in Bolnuevo haben wir uns mit einem lukullischen Mal bei Leonardo getröstet.

Gester Abend hatten wir eine sehr informative Unterhaltung mit einer jungen Frau aus Irland 🇮🇪, die uns Leonardos Restaurant an der kleinen Marina von Puerto de Mazarrón empfohlen hat. Gerne wären wir mit unseren neuen Bekannten Anna und Sennek hingegangen, Sennek hat sich aber erlaubt, sich eine schmerzhafte Entzündung zuzulegen.

Eine Treppe hoch und man hat einen grandiosen Blick über die Marina und das Mittelmeer.

Bei aller schönen Aussicht, dem angenehmen Ambiente, der Knaller war das Essen! Zur Vorspeise haben wir Miesmuscheln und Venusmuscheln gewählt. Beides in einem vorzüglichen Gemüsesud angerichtet. Der zweite Hauptgang waren dann gebackene Auberginen und frittierter Tintenfisch mit Artischockenherzen. Da passte am Ende nur noch ein Espresso dazwischen!

Zurück auf dem Campingplatz haben wir dann die Abschiesrunde bei unseren Bekannten aus Polen 🇵🇱, Frankreich 🇫🇷 und Deutschland 🇩🇪 gemacht. In der Bar Tierramar gabs zuletzt einen Irlandimport – Guinness 🇮🇪 !

57. Bolnuevo – der Abschied naht

Wieder haben wir einen herrlichen Sommertag genossen. Vom Frühstück vor der Tür bis zum Sonnenuntergang hat der blaue Himmel gestrahlt. Erst haben wir uns bei den Nachbarn schlau gemacht, wie der Internetempfang optimiert werden kann. Das gehen wir nächstes mal an! Es gibt einen öffentlichen Anbieter, der einen Antennenzugang installiert, laufende Kosten dann 22€/M.

Anschließend haben wir wieder Puerto de Mazarrón angesteuert und das Datenvolumen bei Orange aufgestockt – 10GB für 15€.

Der Weg hat uns dann in den Hafen und zu unserer erklärten Lieblingsbar geführt. Unser Standard ist Espresso, großes Bier und Oliven, Oliven!

Was den Tag getrübt hat, war der Gedanke daran, dass morgen der letzte Tag in Bolnuevo ist und es Montag auf die erste Etappe Richtung Heimat geht.

56. Tag Bolnuevo – Mumienschieben oder die jungen Alten sind los

Heute wird es kurz. Tagesprogramm: Testfahrt mit Jim und Lukas, braten in der Sonne in Puerto de Mazarrón, lecker Gambas mit viel Knobi!

Der Abend wurde dann recht unterhaltsam. In der Bar/Sozialraum war Tanz angesagt! Ein Duo war recht verliebt in lateinamerikanisches – bis zur Pause. Die bestand aus einem Bingospiel – nix gewonnen, aber es warten noch viele Tombolapreise.

Nach der Pause wurde es dann ganz flott. Die Bilder zeigen es. Die jungen Alten geben alles!

Isa gewinnt NIE was! Sagt sie immer! Bananen, Äpfel, Apfelsinen, Nüsse, Fisch, Wurst und eine Flasche Wein!

55. Tag Bolnuevo – Caravaca de la Cruz

Heute war es ein besonderer Tag auf unserer Tour. Anna und Senek haben uns zum Besuch in Caravaca de la Cruz eingeladen. Das ist der Vorteil, wenn man mit Auto und Wohnwagen unterwegs ist. Anna ist an Kulturgeschichte interessiert und hat uns in diese Stadt geführt, die neben Rom, Jerusalem, Santiago de Compostella und einem Ort in Nordspanien (keine Quelle gefunden) das „Heilige Jahr“ begeht. Es wird ein Reliquienkreutz, dass im 13. Jhd auf wundersame Weise von zwei Engeln während einer Messe für Katholiken und Mauren!!! auf den Altar gebracht wurde verehrt. Die versammelten Mauren haben sich, folgt man der Legende, allesamt taufen lassen. Das Kreuz kam wohl mit den Rittern des Templer-Ordens aus dem Orient in die Stadt und ist selbstverständlich mit einem Span vom Kreuze Christi geheiligt. Wir hätten es uns ja ansehen können, aber auf die nächste Führung eine Dreiviertelstunde zu warten war uns zu blöd! Das Sanctuario de la Santisima y Vera Cruz, Aubewarungsort des Kreuzes ist schon beeindruckend!


In Caravaca sind urzeitliche Spuren nachgewiesen, die Entwicklung zum Ort und Stadt fand aber erst im Mittelalter in der Zeit der Reconquista im 13. Jhd statt.

Das größte Fest im Ort ist Caballos del Vino, das die heldenhafte Rettung der Bewohner durch Ritter des Templerordens bei der Belagerung durch die Mauren feiert. Vom 1. bis 5. Mai muss hier der Teufel, ähem, der Heilige Geist los sein. Höhepunkt ist ein Wettkampf, bei dem Teams an ihrem Pferd hängend, sich beim Anstieg zur Basilika ein Rennen liefern. Wir haben das kleine beeindruckende Casa Museo Caballos del Vino besucht, in dem prunkvoller Schmuck der Pferde ausgestellt ist.